Ehre durch außergewöhnliches Engagement

Landeslehrpreis Baden-Württembergs geht nach Pforzheim

 

 
 
 

 

Professor Dr. von Hoiningen-Huene, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen und Rektor der Hochschule Mannheim

Minister Professor Dr. Frankenberg während der Laudatio

Minister Professor Dr. Frankenberg (links) und Professor Dr. Felleisen

Gruppenbild mit Preisträger


(v.l.n.r.) Professor Dr. Rupert Zang, Prorektor für Forschung, Professor Dr. Michael Felleisen und seine Frau, Professor Dr. Martin Polke (Doktorvater von Professor Felleisen) und Professor Frank Thuselt

Die Preisträger des Landeslehrpreises 2006

"In unserem Nachwuchs liegt unserer Zukunft", das ist der Leitsatz für den Erfolg des Pforzheimer Professors Dr.-Ing. Michael Felleisen, dem am 24.11.2005 der Landeslehrpreis Baden-Württembergs in Ulm verliehen wurde. Auf Vorschlag der Rektorenkonferenz wurde der Preisträger vom Minister für Wissenschaften, Forschung und Kunst, Professor Dr. Peter Frankenberg, für hervorragendes Engagement in der Arbeit mit Studierenden geehrt.

Seit 1999 leitet Felleisen das Labor für Automatisierungstechnik an der Hochschule Pforzheim und ist für die Lehrgebiete Automatisierungs- und Regelungstechnik verantwortlich. Neben seiner stetigen Weiterentwicklung der Lehre, die sich durch besondere Rückmeldungen der Studierenden zeigt, ist er Ratgeber in fachlichen aber auch in persönlichen Fragen des Studiums. Für Felleisen ist die Orientierung an den Studierenden eine Selbstverständlichkeit. So sucht er ständig nach besten didaktischen Konzepten, überarbeitet und aktualisiert seine Vorlesungen und verändert rückwirkend sein didaktisches Konzept, stellt er über Evaluationen Mängel oder in der Klausur häufig auffallende Fehlleistungen der Studierenden fest. Dabei bemüht er sich, die Möglichkeiten neuer Medien sinnvoll einzusetzen, um Konzepte der Prozessleittechnik oder neueste Fahrerassistenzsysteme bildlich zu veranschaulichen. Seine frische und humorvolle Art, mit den Studierenden zu kommunizieren und dennoch die erforderliche fachliche Tiefe zu vermitteln, weckt das Interesse der Studierenden an der meist mathematik- und physikorientierten theoretischen Materie, auch indem er aktuelle praktische Beispiele in Vorlesungen integriert. Von ihm verantwortete Projekt- und Diplomarbeiten sind fachübergreifend sehr gefragt. Innovative Themenstellungen sowie die Zeit, die er sich für die Studierenden nimmt, um die methodische Vorgehensweise aus industriellen Entwicklungsprojekten didaktisch zu vermitteln, sind Garanten seines Erfolgs.

Professor Felleisen setzt sich seit Beginn seiner Tätigkeit dafür ein, Schüler/innen persönlich anzusprechen, um sie für das Technik-Studium zu gewinnen. Er pflegt Kontakte zu Schulen, hält Vorträge in Oberstufen, engagiert sich bei Elternabenden und plant "Laborinformationstage", um jungen Menschen die Freude an der Technik vorzuleben. Neben dem Engagement für seine Fachgebiete ist Professor Felleisen auch an der Weiterentwicklung der Hochschule aktiv beteiligt. Als gewähltes Mitglied ist er nicht nur im Senat der Hochschule, sondern auch in Selbstverwaltungsgremien des Fachbereiches aktiv. Felleisen leistet durch Veröffentlichungen und Mitarbeit in Fachgremien, wie Beiratsmandate in Fachzeitschriften, außerhalb der Hochschule wichtige Beiträge. Seit 2002 ist er in den Redaktions-Beirat der "Automatisierungstechnischen Praxis", 2003 in den Förderkreis und Redaktions-Beirat des "P&A-Kompendium" sowie 2004 in den Arbeitskreis "Ausbildung und Wissenschaft" der Arbeitsgemeinschaft für Pharmazeutische Verfahrenstechnik berufen. Im Fachausschuss der Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) gelang es ihm mit Fachkollegen die neue Richtlinie "Formalisierte Prozessbeschreibungen" zu entwickeln.

Um die Lehr- und Forschungsarbeiten der Automatisierungstechnik zu fördern, hat Professor Felleisen 2003 erstmalig das "Fachwissenschaftliche Kolloquium" von Professoren der Automatisierungstechnik ins Leben gerufen und engagiert sich damit für den fachlichen Austausch in der Lehre und Forschung. Im Jahre 2001 ist im Oldenbourg Verlag sein erstes Buch mit dem Titel "Prozessleittechnik für die Verfahrensindustrie" erschienen, weitere Bücher zur "Modellbildung dynamischer Systeme" und "Bedeutende Persönlichkeiten der Technikgeschichte" sind in Arbeit; letzteres, um jungen Menschen die Freude an Aufgabenstellungen der Technik durch Spiegelung historischer Erfindungen zu vermitteln. Das Bemühen von Felleisen, nicht nur technisches Wissen zu vermitteln, sondern das technische Geschehen mit Leben zu füllen, zeigen seine Beiträge in der historischen Reihe "Bedeutende Persönlichkeiten der Technik-Geschichte", die zum Jahr der Technik 2004 in Fachzeitschriften des publish industry Verlags München veröffentlicht wurden.

Dr.-Ing. Michael Felleisen wurde 1960 in Lingenfeld geboren, wo er bis 1975 die Hauptschule besuchte. Nach einer Lehre zum Mess- und Regelmechaniker bei der BASF AG in Ludwigshafen besuchte er die Abendrealschule in Germersheim zur Erlangung der Mittleren Reife. Über das Abitur am Speyer Kolleg konnte er 1984 das Studium der Elektrotechnik an der Universität Karlsruhe beginnen und 1991 abschließen. Von 1991 bis 1998 arbeitete er in Funktionen der Siemens AG in Mannheim und Karlsruhe. Von 1995 bis 1998 bearbeitete er als externer Doktorand seine Dissertation am Lehrstuhl für Prozessleittechnik der RWTH Aachen bei Professor Polke, die er im Oktober 1998 sehr erfolgreich abschließen konnte. Im Jahre 1998 wechselte er zur SAP AG in Walldorf, wo er im Dezember 1998 den Ruf an die Hochschule Pforzheim auf den Lehrstuhl für Mess- und Regelungstechnik erhielt. Seit März 1999 leitet er dort das Labor für Automatisierungstechnik. 

 

 
 
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